Das Überleitungs- und Patientenentlassungsmanagement wurde im Jahr 2005 im Klinikum Herford mit dem Ziel eingeführt, pflege-, beratungs- und schulungsbedürftigen Patienten auch über den stationären Aufenthalt hinaus eine sichere, kontinuierliche und bedarfsgerechte Pflege und Betreuung zu gewährleisten. Dabei wird sich auf die Richtlinien des Nationalen Expertenstandards zum Entlassungsmanagement gestützt.
Die Kriterien zur Auswahl der zu betreuenden Patienten geben dabei das Leitbild des Klinikums und das Pflegemodell (Aktivitäten des täglichen Lebens – ATL), das generell den Rahmen der Pflege im Klinikum Herford festlegt, vor. Die inhaltliche Ausrichtung und Abfolge der Prozesse richten sich nach der Art des Weiterbetreuungsbedarfs infolge des stationären Aufenthalts.
Der Schwerpunkt liegt auf der teilweise zeitlich kurzfristig zu bewältigenden Organisation der geplanten Entlassung in den ambulanten oder nachstationären Bereich. Aufnahme und Entlassung werden als eine Einheit gesehen und der Leitsatz lautet: "Die Entlassung beginnt bereits am Aufnahmetag." Standardisierte innerklinische Arbeitsabläufe und die Einbeziehung sowohl aller an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen als auch der Angehörigen und des Patienten selbst sind hierbei realisiert worden.
Die Koordination des Entlassungsprozesses liegt in der Verantwortung von zwei Pflegeüberleitungskräften und zwei Sozialarbeitern, die den Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung begleiten und dabei auf fachliche, multidisziplinäre Unterstützung zurückgreifen können. Bereits kurz nach der stationären Aufnahme erfolgt die Einschätzung des Überleitungsbedarfs und daran anschließend die Entlassungsplanung. Der außerklinische Bereich wird rechtzeitig informiert, um sich auf die pflegerischen Bedürfnisse des Patienten vorbereiten zu können. Bereits während des Klinikaufenthalts werden Schulungen angeboten, die den Patienten und dessen Angehörige auf die nachstationäre Phase vorbereiten.
24 Stunden vor der eigentlichen Entlassung wird die Planung überprüft und der Überleitungsbogen erstellt. 48 Stunden nach der Entlassung erfolgt unter Koordination der Pflegefachkräfte eine Rückfrage/Rückmeldung über den Verlauf der Verlegung und die Kontinuität der Behandlung.
In der Zusammenfassung bedeutet das Überleitungs- und Patientenentlassungsmanagement für den Patienten und seine Angehörigen eine wesentliche Hilfestellung in der manchmal schwierigen Situation nach dem stationären Aufenthalt. Eine frühzeitige Planung ermöglicht es allen Betroffenen, sich rechtzeitig auf die Zeit nach der Entlassung vorzubereiten, die benötigte Hilfestellung zu organisieren und somit Versorgungseinbrüche zu vermeiden. Durch die aktive Einbeziehung des Patienten und seiner Angehörigen kann der Klinikaufenthalt positiver und weniger dramatisch erlebt und die nachstationäre Phase besser bewältigt werden. Der Patient kann sich unterstützt und mit seinen Problemen angenommen fühlen und darauf vertrauen, dass die weitere Versorgung in sichere Bahnen gelenkt wird.
Neben der Sicherstellung einer optimalen Weiterbetreuung der Patienten dient dieses auch der gewünschten Weiterentwicklung der Krankenpflege im Klinikum Herford, einer Steigerung der Versorgungsqualität und selbstverständlich auch einer höheren Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit.