Die Frauenklinik des Klinikums Herford verfügt über 60 Betten. Das Team unter Leitung des Chefarztes Dr. med. Thomas Heuser bietet ein umfassendes Leistungsspektrum moderner Frauenheilkunde und Geburtshilfe an.
| In der allgemeinen operativen Gynäkologie liegen die Schwerpunkte in der minimalinvasiven Chirurgie insbesondere mit organerhaltenden endoskopischen Techniken, dem Einsatz von Lasertechnologie bei Endometriose und der Therapie von Harninkontinenz- und Senkungszuständen. |
Dem Chefarzt der Klinik ist im Dezember 2008 die MIC-III-Qualifizierung verliehen worden. MIC III (MIC = minimal invasive Chirurgie) bezeichnet die höchste chirurgische Ausbildungs- und Spezialisierungsstufe und ist eine strikt personengebundene Qualifikation. Die Arbeitsgemeinschaft für Endoskopie (AGE) der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie (DGGG) hat drei Kategorien entwickelt, um den bestmöglichen Standard in der operativen Qualität zu erreichen: Chirurgen, die endoskopische Operationen regelmäßig durchführen, erreichen MIC I, die die darüber hinaus erhöhte operative Schwierigkeiten bewältigen können, MIC II, und jene, die höchste operative Schwierigkeitsgrade in besonders großer Häufigkeit beherrschen, werden mit (MIC III) zertifiziert.
Die Mehrheit der gynäkologischen Unterleibsoperationen werden inzwischen endoskopisch, also per Laparoskopie oder Hysteroskopie durchgeführt. Die Patienten profitieren vor allem von der geringeren Schmerzhaftigkeit der minimalen Zugangswege. In der Frauenklinik des Klinikums Herford spielt die minimal invasive Chirurgie seit der Berufung Dr. Heusers zum Chefarzt eine bedeutende Rolle. Für das Zertifikat wurden ca. 1.000 komplizierte laparoskopische und hysteroskopische Operationen mit unterschiedlichen Indikationen und Techniken, die Dr. Thomas Heuser in den letzen viereinhalb Jahren im Klinikum durchgeführt hat, ausgewertet.
Im Schwerpunkt der gynäkologischen Onkologie erfolgt die operative Behandlung von Krebserkrankungen der Brust und des Unterleibs unter besonderer Anwendung organerhaltender, schonender Techniken unter Wahrung der fallbezogenen Radikalität und Sicherheit.
Die Frauenklinik steht schon seit über einem Jahr in Kooperation mit dem Brustzentrum Lippe. Insbesondere in der Brustchirurgie wenden wir grundsätzlich innovative Methoden wie die Wächterlymphknotentechnik (Sentinel Node Biopsie) und eine Vielzahl plastisch-rekonstruktiver Operationen an.
Die Durchführung von präoperativen und postoperativen Chemotherapien, von Antikörpertherapien und Hormonbehandlungen, zumeist im Rahmen nationaler oder internationaler Studien, erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Medizinischen Onkologie.
Alle Bestrahlungen nach Krebserkrankungen der Brust oder des Unterleibs erfolgen durch die strahlentherapeutische Abteilung im Hause.
In der Frauenklinik werden zusätzlich Bestrahlungen des Unterleibs im Afterloading-Verfahren vorgenommen.

Im Schwerpunkt Geburtshilfe und Perinatalmedizin betreuen wir unsere Patientinnen ambulant im Rahmen vorgeburtlicher Ultraschalldiagnostik, d. h. Pränataldiagnostik mit Messungen der Nackentransparenz, Doppler-Messungen, Fehlbildungsdiagnostik und Fruchtwasserpunktionen (Amniozentese).
Bei vorzeitiger Wehentätigkeit, drohender Frühgeburtlichkeit, erhöhtem Blutdruck in der Schwangerschaft, Wachstumsrückstand des Kindes, zur Einstellung eines Diabetes mellitus und anderen Risiken wie Mehrlingsschwangerschaften erfolgen auch, mehrheitlich kurzfristige, stationäre Behandlungen. Das Ziel bleibt stets, unsere Patientinnen in Zusammenarbeit mit deren Frauenärzten zu betreuen und nur im ausgeprägten Risikofall stationär aufzunehmen.
Das Klinikum Herford ist anerkannter geburtshilflich-neonatologischer Schwerpunkt und erfüllt die Voraussetzungen eines Perinatalzentrums der Stufe I.



