Mehr Präzision und mehr Platz für mehr Sicherheit - besonders in Krebstherapie und -diagnostik
„Mit einer Öffnung von 85 cm ist das im Januar angeschaffte PET/CT des Klinikums in Deutschland bis jetzt einzigartig“, freut sich Martin Eversmeyer, Vorstand des Klinikums Herford, über die Inbetriebnahme des medizinischen Großgeräts der neuesten Generation, das in voller Länge Positronen-Emissions-Tomograph/Computer-Tomograph heißt.
Warum ausgerechnet die große Öffnung (‚Big Bore) des insgesamt drei Mio. Euro teuren Gerätes, das zu 90 Prozent zur Krebsdiagnostik und -therapie genutzt wird, eine solche Besonderheit ist, erklärt Irene Czichowski-Vieweger: „Aufgrund des großzügigen Raumangebots können Krebspatienten während der Aufnahmen genau die Körperhaltung einnehmen, die sie später auch bei der Bestrahlung haben – etwa angewinkelte Beine oder über den Kopf gestreckte Arme“, so die leitende Oberärztin der Klinik für Strahlentherapie. Ist das so genannte Planungs-CT gelaufen, werden die gewonnenen Bilder mit denen aus dem PET fusioniert und ermöglichen damit eine hochpräzise Bestrahlungsplanung.
| ‚Geringe Belastung’ ist auch für den Nuklearmediziner das Stichwort: „Im Vergleich zu Geräten aus der alten Generation kann die Dosis radioaktiver Substanzen, die dem Patienten vor der Untersuchung verabreicht wird, fast um die Hälfte reduziert werden“, erläutert Dr. Hartmut Arlt, Chefarzt der Klinik für Nuklearmedizin. | ![]() Freuen sich gemeinsam, ihren Patienten nun ein höheres Maß an Sicherheit zu Teil werden lassen zu können (von vorne nach hinten): Dr. Hartmut Arlt (Chefarzt Klinik für Nuklearmedizin), Irene Czichowski-Vieweger (Leitende Oberärztin Klinik für Strahlentherapie) und Priv.-Doz. Dr. Karl Ludwig (Chefarzt Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie). |
„Außerdem arbeitet das neue Messverfahren (Time of Flight; kurz TF) bei hervorragender Bildqualität und Auflösung besonders schnell, so dass Untersuchungszeit und Strahlenbelastung deutlich verringert sind“, ergänzt Chefradiologe Priv.-Doz. Dr. Karl Ludwig.
Aufgrund einer Zweiteilung der beiden Ringe (Gantrys), in denen der Patient untersucht wird, ist zudem jederzeit ein Zugriff des Arztes bzw. der MTRA auf den Patienten gewährleistet. Zusammen mit dem großen Durchmesser ergibt sich durch diesen Aufbau auch nicht das beklemmende Gefühl extremer Enge für die Person, die im Gerät liegt.
Nach Auskunft des Herstellers Philips ist der im Klinikum Herford aufgestellte Gerätetyp europaweit nur noch in der Schweiz zu finden. Drei PET/CTs sind in Ostwestfalen-Lippe mit Paderborn, Minden und Herford vorhanden, im Herzzentrum in Bad Oeynhausen wird in Kürze ein weiteres in Betrieb gehen.
Geeignet ist eine PET/CT-Untersuchung grundsätzlich sowohl für Patienten in stationärer als auch ambulanter Versorgung. „Bei gegebener medizinischer Indikation wird ein Patient, der stationär bei uns betreut wird, auch im PET/CT untersucht“, stellt Dr. Stephan Bildat, Chefarzt der Onkologie, klar. „Genau für diese Zwecke, insbesondere auch die Verbesserung der stationären Versorgung, haben wir das Gerät schließlich angeschafft.“ Auch im ambulanten Bereich soll das neue Gerät dort angewandt werden, wo es Sinn macht. Zwar übernehmen die Kostenträger zurzeit gesichert nur die Untersuchung der Lunge, bei einer vom behandelnden Arzt festgestellten Indikation kann aber ein individueller Antrag auf Kostenübernahme auch für andere Körperbereiche gestellt werden. Die Spezialisten im Klinikum sind außerdem einhellig der Meinung, dass sich auch in Deutschland – wie bereits in vielen anderen Ländern – eine Ausdehnung der Kostenübernahme auf weitere Untersuchungen durchsetzen wird.
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